Kurhaus Semmering

Für das inmitten einer malerischen Bergkulisse gelegene, geschichtsträchtige Kurhaus Semmering beginnt ab heuer ein aufregendes neues Kapitel. 2020 wurde das markante Architekturjuwel vom Grazer Hotelier Florian Weitzer erworben. Die traditionsreiche Weitzer-Hotelgruppe besitzt derzeit fünf inhabergeführte Hotels in Graz und Wien und plant eine der historischen Originalsubstanz getreue Komplettsanierung des nostalgischen Hauses und in Folge eine Wiedereröffnung als Hotel Grand Semmering. Damit bricht für die gesamte Region endgültig eine neue Ära an, die zugleich auch eine Renaissance des goldenen Semmeringer Zeitalters um die Jahrhundertwende verkörpert.

Das 1909 erbaute Kurhaus Semmering wurde als eine der ersten Stahlbetonbauten Österreichs konzipiert und repräsentiert den Übergang vom Späthistorismus zur funktionalistischen Moderne. Das erfolgreiche Architektenduo Franz von Kraus und Josef Tölk, welche unter anderem die Volksoper sowie die Kammerspiele in Wien realisierten, ließ hierbei Elemente aus Heimatstil, Schlossarchitektur und dekorativem Jugendstil à la Otto Wagner gleichermaßen miteinander verschmelzen.

Unter der Leitung des Primararztes und Höhentherapie-Spezialisten Dr. Franz Hansy stand den bis zu 120 Kurgästen eine Fülle an dekorativen Räumlichkeiten zur Verfügung, die bei allem Luxus dennoch stets die Funktionalität einer Kuranstalt wahrten. Das noble Kurhotel mit der sonnigsten Südost-Lage am Wolfsbergkogel war bis in die Zwischenkriegszeit ein beliebtes Sommerfrische-Refugium für zahlreiche Literaten, Komponisten und Künstler, darunter etwa Max Reinhardt, Arthur Schnitzler, Gerhart Hauptmann, Peter Altenberg, Franz Werfel oder Alma Mahler.

Trotz zweier Weltkriege, in denen das Kurhaus Semmering als Lazarett und später als Quartier der sowjetischen Besatzungsmacht fungierte, sind die Interieurs heute noch weitgehend erhalten. Nach der Neugestaltung der Innenräume in den 1950ern wurde das Kurhaus bis 1988 als Erholungsheim für Bundesbedienstete genutzt. Neben dem weiß getäfelten Frühstückssaal ist somit auch der luxuriöse Speisesaal noch originalgetreu anzutreffen, der seit der Adaption durch den Semmeringer Kulturverein im Jahr 2011 bis heute als unvergleichlich stimmungsvolle Bühne genutzt wird.

Impressionen